FAQ - St

 

Steigleitungen  / Ortsfeste Löschwasseranlagen naß und trocken

Steigleitungen sollen die Löschangriffszeiten bei Bränden in höher gelegenen Stockwerken wesentlich verkürzen. Ein solches Problem langer Löschangriffszeiten ist dabei keineswegs auf Hochhäuser beschränkt. Auch in anderen - nicht unbedingt hohen, dafür aber weitläufigen - Bauten wird in vielen Fällen das Auslegen von Schlauchleitungen über Stiegen oder Gangfluchten zeitraubend und mühsam sein.
Steigleitungen sind daher grundsätzlich bei Bauten mit mehr als 5 Obergeschossen notwendig.

Für Errichter und Betreiber von Trocken- und Nasssteigleitungen sind neben der „TRVB 128 S - Ortsfeste Löschwasseranlagen naß und trocken“ in der jeweils gültigen Form unter anderem auch folgende Vorschriften zu beachten und einzuhalten.

Administratives:

  • Steigleitungen müssen grundsätzlich der TRVB 128 S sowie den nachfolgenden Festlegungen entsprechen und instandgehalten werden.
  • Gemäß TRVB 128 S müssen Steigleitungen nach Fertigstellung einer Abnahmeprüfung und in der Folge periodischen Prüfungen und Dichtheitsprüfungen unterzogen werden. Als abnehmende Stelle kommen gemäß TRVB 128 S nur befugte Personen in Betracht, welche über die erforderliche Fachkenntnis (Nachweis gegenüber Anerkennungskommission des ÖBFV und der österr. Brandverhütungsstellen), Prüfpraxis sowie den erforderlichen Meßgeräten verfügen. 
  • Detailplanungen und Interpretationen der TRVB 128 S sind mit der abnehmenden Stelle zu treffen. Eine grundsätzliche Einbindung der Feuerwehr in die Planung ist im Regelfall nicht notwenig. Eine Information der Einsatzkräfte über die Errichtung bzw. Inbetriebnahme einer ist allerdings jedenfalls notwendig.

Stiegenhäuser: Abstellen von Gegenständen

In Stiegenhäusern dürfen keine brennbaren oder die Flucht gefährdenden Lagerungen durchgeführt und keine Gegenstände abgestellt werden, die die Flucht behindern oder umstürzen und dann die Flucht behindern könnten. 

Für Wohnhäuser ergibt sich diese Verpflichtung hauptsächlich aus dem Wiener Feuerpolizeigesetz, welches unter § 4 (3) feststellt:
"Brandgefährliche oder leicht brennbare Lagerungen in Gebäuden sind nur mit den nötigen Sicherungsvorkehrungen, in gefahrbringendem Ausmaß aber nur mit Bewilligung der Behörde zulässig, soweit sie nicht nach bundesgesetzlichen oder nach anderen landesgesetzlichen Vorschriften zu bewilligen sind.
Anlässlich der Erteilung einer Bewilligung sind jene Bedingungen, Befristungen und Auflagen vorzuschreiben, die erforderlich sind, um dem Entstehen oder der Ausbreitung eines Brandes oder einer sonstigen Gefahr (wie z.B. Rauchgas, Unpassierbarkeit von Fluchtwegen) vorzubeugen. Kann mit solchen Vorschreibungen nicht das Auslangen gefunden werden, ist die Bewilligung zu versagen. Auf Stiegen, Gängen und Dachböden sowie unterder Stiegenuntersicht dürfen brandgefährliche Gegenstände und Stoffe nicht gelagert werden."

Für Arbeitsstätten ergibt sich diese Verpflichtung aus der ArbeitssättenVerordnung.

Zu diesen "Lagerungen" gehören Möbel, sonstiges Inventar, Fahrräder, Kinderwägen, aber auch Müllbehälter.
Ein nicht unerheblicher Teil der Brandeinsätze hat mit Bränden in Stiegenhäusern zu tun, bei denen z.B. ein Mistkübel oder - im Winter, bei ausgetrocknetem Humus - ein Blumenkisterl in Brand geraten ist.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden sie unter Lagerungen.

   
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