FAQ - E

 

Ethanol

ethanolflamme 160Nahezu farblose Ethanolflamme

Ethanol, auch Äthanol, ist eine farblose, leicht entzündliche Flüssigkeit, die im allgemeinen Sprachgebrauch nur mit Alkohol, dem Namen seiner chemischen Substanzklasse, bezeichnet wird. Ältere Bezeichnungen sind Weingeist und Spiritus 
Bekannt ist Ethanol vor allem als Trinkalkohol und als wichtiges organisches Lösungsmittel, eine Grundchemikalie in der Industrie und ein Desinfektionsmittel. 
Eine der technischen Hauptverwendungen von Ethanol ist die Nutzung als Biokraftstoff, als so genanntes Bioethanol; beispielsweise enthält Ethanol-Kraftstoff E85 85-Vol% Ethanol.

Ethanol ist in jedem Verhältnis mit Wasser mischbar, hat eine Siedepunkt von 78 Grad C und einen Flammpunkt von 12 Grad C.
Die Züntemperatur beträgt etwa 425 Grad C, die Zündgrenzen liegen zwischen 3,4 und 15 Volumsprozenten (Vol%).
Damit ist Ethanol eine wassermischbare (polare) Flüssigkeit der Gefahrenklasse I.

Ethanol brennt mit schwach leuchtender Flamme und ohne sichtbare Rauch- oder Rußbildung ab. 

Ethanolkamine

Solche "Geräte" sind -rechtlich gesehen - keine Feuerstätten. "Erfindungen" eben, aber gefährliche:

Die Gefahrenpotenziale liegen in folgenden Sachverhalten:

Die Verbrennungsabgase werden unmittelbar in den Raum abgegeben und nicht kontrolliert abgeleitet. Dies könnte - zugegebenermaßen nur unter Extrembedingungen - zu CO-Unfällen führen.

Aufstellungsort und Aufstellungsart sind nicht besonders geregelt.
Daraus ergeben sich Brandgefahren bei ev. ungünstigem Umfeld der Flamme, und Gefahren, dass diese Gerätschaften umgestoßen werden können (Kinder, Haustiere, Unachtsamkeit...), und dass dadurch ein Brand entsteht.

Gefahren beim Nachfüllen dieser Geräte: Obwohl der Brennstoff Ethanol (Gefahrenklasse B 1) oder Isopropylalkohol zur Gefahrenklasse B 2 gemäß VbF gehört, bilden sich beim Einfüllen in den heißen Brenner doch Dämpfe, die z.B. an benachbarten Flammen oder heißen Teilen zünden können.

ethanolbrand 590

Wohnungsbrand mit zwei Schwerverletzten - die Folgen einer "Rückzündung" beim "Nachtanken" eines Ethanolkamins

Unsere Empfehlung: Nicht verwenden  

Evakuierungsübungen, Teilnahme der Feuerwehr

evakuierungsrisikogruppen 160 

In Wien gibt es tausende Betriebe, hunderte Schulen und sonstige "besondere" Einrichtungen - von der U-Bahn über Krankenhäuser bis zum Biotechniklabor, darunter auch durchaus welche mit erhöhtem Risiko.
Aus der Arbeitsstättenverordnung und der TRVB O 119 ist gefordert, jährlich "Alarmübungen" durchzuführen, dass sind Unterweisungen, bei denen die Bedeutung der Alarmzeichen und das nachfolgend richtige Verhalten erklärt und anschließend geübt werden, und natürlich wäre eine solche Übung einprägsamer, wären auch Kräfte der Feuerwehr dabei.

Aufgrund unserer beschränkten Ressourcen ist es uns aber leider beim besten Willen nicht möglich, die Gesamtzahl aller Objekte, die wir beschützen sollen, auch zu beüben. Und obwohl dies von der Öffentlichkeit vielleicht nicht so wahrgenommen wird, führen wir doch häufig und umfassend Übungen an Objekten durch. Natürlich nicht an jedem, sondern an denen, die wir eben für solche mit erhöhtem Risiko halten. Wir müssen ja auch bereit für tatsächliche Einsätze sein.

Daher müssen wir auf den Einsatz und die Fachkundigkeit des Brandschutzpersonals vertrauen, und unseres Wissens wird bei der Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten sehr wohl gelehrt, wie eine solche Evakuierungsübung auch ohne Mithilfe der Feuerwehr erfolgreich durchgeführt werden kann und sollte.

Brandschutzausbildungsstellen bieten in der Regel Löschübungen sowie Unterstützung bei der Durchführung von Evakuierungsübungen an.

Evakuierungshelfer und -beauftragte

Es gibt kein österreichisches Recht, das solche Funktionsposten zwingend fordert. Ebenso keine gesetzlich geregelte Ausbildung. Von einzelnen Betrieben werden - auf freiwilliger Basis - "Evakuierungshelfer" ausgebildet, die den Brandschutzbeauftragten im Alarmfall bei der Räumung des Objektes unterstützen, wobei sie sich für die Räumung eines bestimmten Nutzungsbereiches verantwortlich zeichnen.

   
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