FAQ - B, C

 

Berufsfeuerwehr Wien

Im Wiener Feuerwehrgesetz, § 1, Abs. 2 ist festgehalten:
Die öffentlichen Feuerwehren sind Einrichtungen der Stadt Wien. Sie haben Gefahren abzuwenden, die dem Einzelnen oder der Allgemeinheit bei Bränden oder anderen öffentlichen Notständen drohen.
Wie - wahrscheinlich weltweit - alle anderen Feuerwehrangehörigen sehen wir unsere Aufgabe aus dem täglichen Erleben doch erweitert:
"Die Feuerwehren retten, bergen, löschen, schützen und beraten",
weil Vorbeugen besser ist, als die beste Gefahrenabwehrorganisation es je sein kann.

Verstehen Sie aber bitte, dass unsere Ressourcen beschränkt und auf das Einsatzwesen hin ausgelegt sind. Wir können leider nicht mit jedem Betrieb üben, jedem besorgten Bürger umfassend zur Seite stehen.Fast 600 Bedienstete versehen Tag für Tag im auf 24 Feuerwachen, im AKH und im Rathaus Bereitschafts- und Einsatzdienst und erledigen jährlich mehr als 32.000 Einsätze -zusätzlich zu allen Verwaltungs- und Systemerhaltungstätigkeiten. In 23 Wiener Gemeindebezirken wird gebaut, Gebautes verändert, und viele Behörden holen in ihrem Aufsichtsbereich das Spezial-Sachverständigenwissen der Magistratsabteilung 68 ein, sodass wiederum Ressourcen gebunden werden.

Um hier eine raschere Abwicklung zu gewährleisten, haben wir diese Homepage eingerichtet, die Ihnen einerseits viele Fragen beantworten sollte, andererseits aber auch dazu dient, Fragen stellen oder Besprechungstermine über den Vorbeugenden Brandschutz (Büro für vorbeugenden Brandschutz) vereinbaren zu können.

Falls Sie Fragen zur Organisation der Feuerwehr haben, besuchen Sie bitte diesen Link. 

 

Bio-Ethanol

Siehe Ethanol. Anschließend finden Sie auch Infos über die immer beliebter werdenden, aber sehr gefährlichen Ethanolkamine.

Brandmeldeanlagen, Brandschutzanlagen, Konzeption von....     

Brandschutzanlagen sollten generell nur von zertifizierten Errichterfirmen und Fachfirmen mit einschlägiger Erfahrung errichtet werden.
Da solche Anlagen, wenn sie von der Behörde vorgeschrieben worden sind, jedenfalls einer Abnahmeprüfung und nachfolgenden Revisionen durch eine akkreditierte  Inspektionsstelle unterzogen werden müssen (vgl. "Autopickerl"), empfiehlt es sich, bereits im Detailplanungsstadium Kontakt mit der für die Abnahmeprüfung vorgesehenen akkreditierten Inspektionsstelle aufzunehmen.

Weder die Behörde noch die Feuerwehr sind Stellen, die die Komplexität der einzelnen Installationsarten kennen (auch ein Verkehrspolizist kann Ihnen nicht das Auto reparieren) oder im Detail prüfen können; sie verlassen sich daher auf die Inspektionsstellen.

Suchen Sie im Internet nach den Begriffen "Prüfstelle", "Inspektionsstelle", "Revisionsstelle", "Überwachungbericht" UND "Brandschutz" oder "Brandschutztechnik"

Siehe auch BMA - Anschlussverfahren sowie Kontakt Brandschutzanlagen

Brandschutzkonzepte

Der Begriff "Brandschutzkonzept" wird leider mehrfach besetzt verwendet, weswegen wir hier eine Klarstellung treffen wollen, wie aus Sicht der Feuerwehr ein "Brandschutzkonzept" auszusehen hätte:
Im Zug eines Genehmigungsverfahrens hat die jeweilige Behörde beim Vollzug der Gesetze auch Beweise zu würdigen. Zu diesen Beweisen gehören einerseits die vom Genehmigungswerber beigebrachten Einreichunterlagen wie auch Sachverständigenmeinungen. In der Regel bedient sich die Behörde Amtssachverständiger, es ist aber den Genehmigungswerber unbenommen, auch private Sachverständige beizuziehen.
Ein "Brandschutzkonzept" ist nichts anderes, als die vorab schriftlich dargelegte sachverständige Meinung über Brandschutzmaßnahmen. 
Technisch gesehen legen "Brandschutzkonzepte" dar, wie bauliche, anlagentechnische, betriebliche, organisatorische und abwehrende Brandschutzmaßnahmen in ihrem Zusammenwirken einen bestimmten Schutzwert im Hinblick auf festgelegte Interessen, ein "Schutzziel" zu erreichen, helfen.

Brandschutzkonzepte können aus mehreren Gründen erstellt werden:

  • Wenn die Strukturen und Dimensionen eines Projekts groß oder komplex sind und daher infolge der gesetzlichen und richtliniengemäßen Vorgaben eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen (z.B. Errichtung einer automatischen Brandmeldeanlage oder Löschanlage, von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen oder einer besonderen Organisationsform des Betriebsbrandschutzes) getroffen worden sind, empfiehlt sich die Erstellung einer brandschutztechnische Beschreibung, aus dem eben die Art und der Umfang der getroffenen Maßnahmen hervorgehen. Eine solche Brandschutztechnische Beschreibung ist quasi eine zusammenfassende Ergänzung der Einreichunterlagen im Hinblick auf die geplanten Brandschutzmaßnahmen.
  • Wenn bei einer Planung von den deskriptiv - also über Gesetze, Verordnungen und Richtlinienwerke - vorgegebenen Maßnahmen abgegangen wird, so muss nachvollziehbar und schlüssig nachgewiesen werden, dass das jeweils durch die Abweichung in Frage stehende Schutzziel mit Alternativmaßnahmen im gleichen Schutzniveau, wie in den deskriptiven Werken vorgegeben, erreicht werden kann. Dieser Nachweis wird dann im Rahmen eines Standardbrandschutzkonzeptes geführt, in welchem die Planung in ihrer Gesamtheit samt den einzelnen Nachweisen über die Maßnahmen zum Erreichen von Schutzzielen darlegt wird.

Es gibt Mindestanforderungen, denen ein Brandschutzkonzept genügen muss. Dies sind - rein formal - der OIB-Leitfaden: Abweichungen im Brandschutz und Brandschutzkonzepte und die TRVB A 107, Brandschutzkonzepte.
Als technische "Mindestvorgaben" können herangezogen werden:

  • TRVB A 100: Brandschutzeinrichtungen, rechnerischer Nachweis
  • TRVB A 126: Brandschutztechnische Kennzahlen
  • Anerkannte Brandsimulations- und Entfluchtungsrechnungen sowie Nachweisverfahren zur relativ angemessenen Brandwiderstandsfähigkeit von Bauteilen und Bauwerken.
  • Der Nachweis muss mit (einem) anerkannten Programm(en) geführt werden (z.B. MRFC, NIST-Programme, "Eurocode", usw.)
  • Sofern das Beweisverfahren nicht von einer renommierten Fachstelle geführt wird, wird der Nachweis verlangt, dass die "rechnende Stelle" von einem Spezialisten eingeschult worden ist. Unter Umständen wird die Vorlage von Referenzprojekten verlangt werden.
  • Es müssen alle Eingangsparameter und die Quellen der Parametrierung genau bekannt gegeben werden.
  • Es müssen die Schutzziele, derer Einhaltung bewiesen werden soll, genau bekannt gegeben werden (z.B. bestimmte Extinktion, bestimmter CO-Wert, usw.)
  • Eine ingenieursmäßige Berechnung oder Simulation kann immer nur Teil eines brandschutztechnischen Konzepts sein und aufgrund der gegebenen Abhängigkeiten von anderen Parametern nach unserem Verständnis nie für sich allein als Nachweis gewürdigt werden. Die Behörde verlangt im Fall einer solchen Simulation oder Berechnung jedenfalls ein umfassendes Brandschutzkonzept, in das eben die Ergebnisse der Simulation oder Berechnung eingearbeitet sind.
  • Methoden des Brandschutzingenieurswesen: Ein Bauvorhaben unter Verwendung von Methoden des Brandschutzingenieurwesens wird derart abgehandelt, dass Schutzziele durch die Festlegung von quantitativen Schutzzielkriterien konkretisiert werden.

Brandschutzpersonal - Brandschutzbeauftragter - Brandschutzwart    

Brandschutzpersonal - zumindest ein Brandschutzbeauftragter und/oder Brandschutzwart - kann in Ihrem Betrieb aus vielerlei Gründen notwendig sein:

  • Auf Grundlage eines Gesetzes
  • durch Behördenvorschreibung
  • aufgrund des Umstandes, dass Sie zur Betreuung von Brandschutzanlagen einen Brandschutzbeauftragten oder anlagenkundige Person brauchen
  • aus eigenem Interesse
Rechtsgrundlagen für Brandschutzbeauftragte sind in Wien beispielsweise das Wr. Feuerpolizeigesetz und die Arbeitsstättenverordnung.
Für die Ausbildung von Brandschutzpersonal gibt es in Österreich eine Anerkennungsstelle. Als öffentliche Dienststelle wollen und können wir keine Empfehlung aussprechen, aber sie können natürlich auch im Internet unter den Suchbegriffen "Brandschutz" und "Wien" suchen.

Brandschutzpläne

Wann sind Brandschutzpläne zu zeichnen?
Hierfür gibt es zwei Grundlagen:

Arbeitsstättenverordnung:
§ 45. (4) Es ist ein Brandschutzplan nach den einschlägigen Regeln der Technik in Zusammenarbeit mit dem örtlich zuständigen Feuerwehrkommando zu erstellen.

Anschlussvertrag für eine private Brandmeldeanlage an das Brandmeldeauswertesystem der MA 68:
In diesen Anschlussverträgen wird u.a. die Erstellung und Bereithaltung von Brandschutzplänen gefordert.

TRVB 121 O
Brandschutzpläne sind gemäß den Vorgaben der TRVB 121 O zu erstellen. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf dieser Site unter dem Link Brandschutzpläne.

Christbaumbrände

Alle Jahre wieder - gibt es leider auch eine gewisse Anzahl von Christbaumbränden. Das weiß die Öffentlichkeit, und es gibt darüber allerlei Geschichten. Sehen Sie dazu einen Kurzfilm, den das NIST (das "Normungsinstitut" der USA) gedreht hat:

Damit sollten sich weitere Fragen zur Gefährlichkeit erübrigen.
Bevor wir Ihnen aber Sicherheitstipps geben, dürfen wir Sie darauf hinweisen, dass es wesentlich öfter zu Bränden infolge vergessener Adventkranzkerzen kommt.

Nun - Sicherheitstipps für Christbaume:

  • Verwenden Sie einen möglichst frischen Baum. Gießen und Bewässerungsständer helfen kaum etwas, am 6. Jänner sind die Nadeln schon sehr trocken.
  • Verstellen Sie sich nicht Ihren Fluchtweg.
  • Stellen Sie den Christbaum standsicher und in einiger Entfernung zu brennbarer Umgebung auf.
  • Verwenden Sie nach Möglichkeit elektrische Beleuchtung
  • Wenn Sie Kerzen verwenden, dann achten Sie bitte darauf, dass über den Kerzen keine Zweige oder Dekorationen sind
  • Achten Sie darauf, dass im Umfeld von ca. 20 cm um Wunderkerzen (Sternspritzer) keine brennbaren Dekorationen sind. Beachten Sie bitte auch, dass die Funken der Wunderkerzen Löcher in Ihren Teppich und Brandflecken in Ihren Boden brennen können.
  • Wenn Sie Kerzen und Wunderkerzen anzünden stellen Sie sich auf jeden Fall zumindest einen Kübel Wasser oder einen tragbaren Feuerlöscher bereit.
  • Zünden Sie die Kerzen von oben nach unten an, löschen Sie sie von unten nach oben aus. So ist die Verletzungs- und Brandgefahr geringer.
  • Lassen Sie die Kerzen nur kurz - und keinesfalls unbeaufsichtigt - brennen.
  • Auch bei Kerzen am Fenster und sonstigen Kerzendekorationen sollten Sie entsprechende Vorsicht walten lassen.
  • Wir warnen Sie insbesondere vor Gel-Kerzen und "Konstruktionen", bei denen in der Brennmasse allerlei Dekorationen verpackt sind. Wenn die Brennmasse bis zu diesen präsumptiven "Dochten" heruntergebrannt ist, kann es leicht passieren, dass sich die Flammenbasis - bei entsprechender Energiefreisetzung - auf all das ausbreitet, was da aus der Brennmasse heraussteht. Dann springt vielleicht das Kerzenglas......
  • Wir dürfen Sie auch darauf hinweisen, dass das unbeaufsichtigte Brennenlassen von offenen Flammen als Fahrlässigkeit gewertet wird.

Frohe Festtage!

   
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