FAQ - A

Aufzüge

Feuerwehraufzüge
Für die Neuerrichtung von Feuerwehraufzügen gilt die ÖNORM EN 81/Teil 72 in Verbindung mit der TRVB 150 A 2012.
Hier ist unter anderem auch das Sperrsystem und Betätigungssystem für die Feuerwehr geregelt.


Sonstige Aufzüge
Bei der Errichtung sonstiger Aufzüge beachten Sie bitte Anforderungen an die Barrierefreiheit.


Benutzbarkeit von Feuerwehraufzügen für Interventionsdienste
Es besteht Seitens der Feuerwehr kein Einwand gegen die Benutzung von Feuerwehraufzügen durch Interventionsdienste.

  • Die Benutzung bedarf nur mit einer Untersperre des Feuerwehr-Schlüsselsafeschlüssels möglich sein.
  • Der Feuerwehraufzug kann so lang vom Interventionsdienst benutzt werden, bis bei der Interventionsschaltung gegebenenfalls das Abbruchkriterium - also Auslösung eines zweiten automatischen Brandmelders, eines Druckknopfmelders, Drahtbruch, Kurz- oder Erdschluss auftritt oder die Erkundungszeit ohne Rückstellung der Brandmeldeanlage verstrichen ist - auftritt.
  • Die Aufzugssteuerung ist so zu gestalten, dass spätestens bei Auftreten des Abbruchkriteriums der Aufzug in die Brandfallhaltestelle zurückgerufen wird und dort stehen bleibt.
  • Eine weitere Inbetriebnahme darf nur der Feuerwehr möglich sein.

Benützbarkeit von Feuerwehraufzügen zur Rettung von mobilitätseingeschränkten Personen bei Veranstaltungen

Sollten für die Behindertenevakuierung bei Veranstaltungen Aufzüge erforderlich sein, so müssen diese gemäß ÖNORM EN 81-72 als Feuerwehraufzüge in ausgeführt sein.

Ausgänge durch Lobbies

Ausgänge aus Gebäuden allein durch Lobbies entsprechen nicht der geltenden Verwaltungsrechtsgesetzgebung:

Z.B. Arbeitsstättenverordnung i.d.g.F.:
§ 17 (1) Arbeitsstätten sind so zu gestalten, dass von jedem Punkt der Arbeitsstätte aus
1. Nach höchstens 10 m ein Verkehrsweg erreicht wird, der in seinem gesamten Verlauf den Anforderungen der §§ 18(Breiten)und 19(Anforderungen)entspricht(Fluchtweg)und
2. Nach höchstens 40 m jene Bereiche, durch die der Fluchtweg führt(z.B. Gänge, Stiegenhäuser, Foyers), in ihrem gesamten Verlauf bis zum Endausgang des Anforderungen des § 21 entsprechen(gesicherte Fluchtbereiche).
§ 21 (1) Für gesicherte Fluchtbereiche gelten folgende Anforderungen

1. Es darf nur eine geringe Brandlast (z.B.: Dekorationsartikel wie Bilder)vorhanden sein
2. Wände, Decken und Fußböden der Stiegen müssen mindestens hochbrandhemmend (R60) ausgeführt sein
3. Fußboden-, Wand- und Deckenoberflächen müssen aus mindestens schwer brennbaren und schwach qualmenden Materialien bestehen
4. Zu benachbarten Räumen, die nicht die Anforderungen an gesicherte Fluchtbereiche erfüllen, müssen die Türen

  1. mindestens brandhemmend und selbstschließend (T30)
  2. zu Räumen mit geringer Brandlast mindestens rauchdicht und selbstschließend sein.

5. Es müssen geeignete Maßnahmen wie Rauchabzugsöffnungen getroffen sein, die ein Verqualmen im Brandfall verhindern.

Ist also die Erschließung eines Gebäudes über eine Lobby geplant, von der aus Aufzüge und ein Stiegenhaus in die angrenzenden Geschosse führen, so ist das Stiegenhaus mit Brand- oder Rauchabschlüssen von der Lobby zu trennen und muss einen eigenen Ausgang ins Freie haben.

Allfällige andere brandschutztechnische Konzeptionen sind der zust. Behörde mittels Brandschutzkonzept nachzuweisen.

"Atrium-Stiegenhäuser", innenliegende Laubengänge, Durchbrücke in Decken, in Verbindung stehende Gänge

Diese Bauform zur inneren Erschließung von Gebäuden wird immer beliebter, ist brandschutztechnisch aber sehr problematisch:Bei einem Brand in einem der angrenzenden Räume kann es sehr rasch zur Verqualmung des über mehrere Geschosse gemeinsamen Ausgangsbereiches kommen!

Von Planern wird eine solche Bauform oft nur als vergrößertes Stiegenhaus gesehen, allein lüftungstechnisch (entsprechend auch bei der Rauchfreihaltung) gesehen sind diese beiden Bauformen allerdings nicht vergleichbar. Dazu kommt noch, dass diese Bereiche nicht so nachhaltig brandlastfrei gehalten werden, wie Stiegenhäuser.

Gemäß OIB-Richtlinie 2 ist für eine solche Bauform jedenfalls ein Brandschutzkonzept zu erstellen.

   
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